Willkommen

Willkommen beim Internet Angebot der interdisziplinären deutschsprachigen Liste "Menschliches Verhalten in evolutionärer Perspektive".Sie finden auf diesen Seiten eine Liste mit Adressen von Forschern und Personen verschiedener Teildisziplinen, die im Bereich des menschlichen Verhaltens im Kontext der Evolutionstheorie arbeiten. Desweiteren bieten wir aktuelle Informationen, Termine, Buecher und Texte zum Thema.

Sie wollen für die MVE-Liste Werbung machen? Dann verbreiten Sie doch einfach diesen Flyer pdf Datei des Tagungsprogrammes unter Ihren KollegInnen. Helfen Sie mit, das Netzwerk weiter zu vergrößern!
© Diese Seite wird betrieben von Benjamin P. Lange, Lars Penke und Sascha Schwarz (z.Zt. Webmaster).
Logo design von Petra Becher "Die Kreativalm"


Aktuelle Nachrichten / News:

Neuerscheinung: Ulrich und Johannes Frey: Fallstricke. Die häufigsten Denkfehler in Alltag und Wissenschaft

Weiterlesen ...

Ulrich Frey & Johannes Frey

Fallstricke. Die häufigsten Fehler in Alltag und Wissenschaft.

2009

Beck Verlag.

 

 

 

 

 

 

1999 wurde für 320 Millionen Dollar eine Marssonde (der Mars Climate Orbiter) gebaut – aber leider rechnete das eine Softwaremodul mit dem metrischen, das andere mit dem angloamerikanischen Maßsystem, was dazu führte, dass die Umlaufbahn 170 Kilometer zu niedrig angesetzt war und die Sonde sang- und klanglos verglühte. Warum machen selbst kluge Menschen immer wieder dumme, eigentlich verblüffend einfach zu durchschauende Fehler? Oftmals sind nicht allein Unachtsamkeit oder die Zeitumstände dafür verantwortlich, sondern ebenso die Art und Weise, wie wir Menschen denken. Anhand von Alltagssituationen sowie vieler Beispiele aus Medizin, Technik und Physik erklären die beiden Autoren auf anschauliche Weise, wie menschliches Denken funktioniert und warum es generell anfällig ist für Fehler. Weil wir Menschen Teil der Evolution sind, haben sich über die Jahrmillionen bestimmte Denkvorgänge und -strukturen als die besten erwiesen; in anderen Zusammenhängen, insbesondere angesichts der strengen methodischen Anforderungen von Wissenschaft, versagen sie jedoch. Dennoch gibt es Mittel und Wege, wie man Fehler, die man immer wieder macht, rasch entdecken und vielleicht sogar vermeiden kann.

 

Inhalt

Kapitel 1 Irren ist menschlich
1 Die Evolution unseres Gehirns
2 Wie Kinder denken
3 Unsere Denkmuster: Funktion oder Fehler?

Kapitel 2 «Alles neu? Ich weiß Bescheid!» – Informationsgewinn in unbekannter Umgebung
1 Rahmen- und Ankereffekt
2 Fallstudie 1 (Medizin): Der Rahmeneffekt bei Ärzten
3 Was würde Darwin dazu sagen? Eine evolutionäre Erklärung der Fehlerfamilie

Kapitel 3 Komplexe Probleme – einfache Lösungen
1 «Das ist kinderleicht!» – Unser Umgang mit komplexen Systemen
2 Arten der Entscheidungsfindung
3 Fallstudie 2 (Ökologie): Die Einführung neuer Arten
4 Fallstudie 3 (Ökologie): «Wir haben es doch nur gut gemeint!» – Die Bewirtschaftung der Blue-Mountains-Wälder
5 Was würde Darwin dazu sagen? Eine evolutionäre Erklärung der Fehlerfamilie

Kapitel 4 Lieber schnell und falsch als gar nicht – Handlungsfähigkeit durch Kohärenz
1 Hartnäckigkeit der ersten Hypothese und Beharren auf Überzeugungen
2 Fehlendes Bemühen um Falsifikation
3 Ignorieren widersprechender Belege und Blindheit gegenüber eigenen Fehlern
4 Verfälschende Erwartungshaltung
5 Fallstudie 4 (Psychologie): Dumm gelaufen – 160 Jahre Intelligenzmessung
6 Fallstudie 5 (Physik): Die heiße Jagd auf die kalte Fusion
7 Was würde Darwin dazu sagen? Eine evolutionäre Erklärung der Fehlerfamilie

Kapitel 5 Strukturen: Unser Gehirn ordnet die Welt
1 Regelmäßigkeiten und Muster
2 Abhängigkeiten und Zusammenhänge
3 Fallstudie 6 (Medizin): Nur an Fehlern mangelte es nie – Die Entdeckungsgeschichte der Mangelkrankheiten
4 Was würde Darwin dazu sagen? Eine evolutionäre Erklärung der Fehlerfamilie

Kapitel 6 Was nun? Fazit und Ausblick
1 Was lernen wir daraus?
2 «Ein jeder kehr’ vor seiner Tür …»
3 Fallstudie 7 (Technik): «Lassen Sie uns nur machen!» – Der Super-GAU von Tschernobyl
4 «Das hätte nicht sein müssen …» – Wie man Fehler vermeiden kann

Anhang
Anmerkungen
Weiterführende Literatur
Literaturverzeichnis
Bildnachweis

Neuerscheinung: Wolfgang Steinig: Als die Wörter tanzen lernten. Ursprung und Gegenwart von Sprache.

Weiterlesen ...

Wolfgang Steinig

Als die Wörter tanzen lernten. Ursprung und Gegenwart von Sprache.

2008

Spektrum Verlag

 

 

 

 

Die menschliche Fähigkeit, Sprache mit ihren überaus komplexen grammatischen Strukturen kommunikativ sinnvoll zu nutzen, scheint auf evolutionären Anpassungen in rituellen Situationen zu beruhen, die durch regelhaft-ästhetische Abläufe und Bewegungsmuster gekennzeichnet sind.

In Ritualen, in denen Handlungen bestimmten Regeln unterworfen sind, spielen Rhythmus, Tanz und Musik eine besondere Rolle. Die Fähigkeit, sich nach den spezifischen Regeln eines Stammes zu verhalten, dient als Ausweis der Gruppenzugehörigkeit. Um die Zuverlässigkeit von rituellen Ausdrucksformen als Signale für die Stammeszugehörigkeit zu garantieren, sind rituelle Regeln schwer zu erlernen und enthalten Handicaps. Sie zeichneten sich deshalb schon früh durch eine hohe Komplexität ihrer Handlungen aus und konnten so als Substrat für die Entwicklung von Sprache dienen.

Wörter mussten gewissermaßen das Tanzen lernen, um sich zu jenen komplexen grammatischen Mustern zu fügen, mit denen wir uns heute einerseits ganz selbstverständlich verständigen, die uns aber andererseits immer wieder stolpern lassen. Diese sprachlichen Handicaps sind aus evolutionärer Perspektive funktional. Sie fordern uns immer wieder neu heraus, an unserer Sprache zu arbeiten.

Anmeldung mit eMail-Adresse oder Benutzername