Der Kongress der International Society for Human Ethology findet vom 13.-17. August in Wien statt.
Deadline für Abstracts ist der 30.April.
weitere Informationen unter www.ishe.org
Mitglieder (302)Der Kongress der International Society for Human Ethology findet vom 13.-17. August in Wien statt.
Deadline für Abstracts ist der 30.April.
weitere Informationen unter www.ishe.org
Ich denke, die veränderten Umweltbedingungen haben in unserem Kulturkreis dazu
beigetragen, dass seit einigen Jahrzehnten schlanke Frauen zunehmend schöner empfunden
werden. Die heutigen Frauen machen häufiger Karriere, sie sind also nicht mehr überwiegend für Hausarbeit und Kindererziehung verantwortlich. Sie bewegen sich deshalb häufiger außerhalb des Kontrollbereichs des Mannes. Das Schönheitsempfinden des Mannes für die Frauen sollte sich nach den Gesetzen der Evolution ändern, wenn sich die äußeren Bedingungen ändern.
Auch das Schönheitsempfinden der Frau sollte sich ihren Geschlechtsgenossinnen gegenüber ändern. Die Frauen müssen schließlich wissen, welche Frau als Konkurrentin zu betrachten ist.
Da sich das Schönheitsempfinden offensichtlich in kurzer Zeit durch kulturelle Einflüsse oder veränderte Umweltbedingungen ändern kann, erscheint es wahrscheinlich, dass es in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit zumindest gelegentlich Bedingungen gegeben hat, bei denen es sinnvoll war, dass sich das Schönheitsempfinden innerhalb kurzer Zeit änderte.
Ein „bild der wissenschaft“-Artikel zeigt, wie die Naturwissenschaft Fortschritte bei der Frage macht, dass und wie die genetischen Wurzeln unser (Fehl)Verhalten unmittelbar beeinflussen. Dieser typisch naturwissenschaftlich geprägten Methode, die sich eng an die Erkenntnisse und Bestimmungen auf der materiell-körperlichen Ebene hält, hier die der Gene und Neuronen, sind aber beim komplexen menschlichen Verhalten deutliche Grenzen gesetzt. Um das menschliche Verhalten umfassender in der evolutionären Perspektive zu verstehen, bedarf es der Ergänzung mit der beobachtungsorientierten, „denkerischen“ Methode. Mittels dieser Methode wurde schon die Evolutionstheorie als solche entdeckt, d.h., wie es der Name sagt, wurden mit einer sich nicht unmittelbar aus den Beobachtungen ergebenden Theorie auffällige Einzelerkenntnisse in einen größeren, einfachen und einheitlichen Zusammenhang gebracht, der dann sogar das Weltbild veränderte. Mit Hilfe von Kant wird diese Ergänzung nachfolgend an dem ältesten und weitverbreitesten exklusiv-menschlichen Verhalten durchgeführt, das trotz der neuzeitlichen Aufklärung und der Evolutionstheorie bis heute unser kulturelles Sein und Weltbild maßgeblich bestimmt (und spaltet): Die Religiosität. Die durch Kant schon lange vollzogene vollständige Entmythologisierung dieses Verhaltens lässt sich darin sehr effektiv auf die Evolutionstheorie anwenden. Das legt nicht nur die Evolution des Menschen in den letzten Jahrtausenden als Zusammenspiel von genetischer und kultureller Evolution offen, sondern macht auch die dramatische gegenwärtige menschliche Evolution bewusst - und zwar in einem einheitlichen Weltbild.
Hallo zusammen, anbei ein Beitrag zur Geschichte der Evolutionaeren Psychologie und Evolutionaeren Psychosomatik, ueber den Beitrag von Doris F. Jonas (und A.D. Jonas).
Dieser Artikel ist ganz frisch, verbunden mit einer Bitte: Wer haette eine Idee , welche Zeitschrift fuer diesen Artikel ggf. geeignet/interessiert sein koennte?
Vielen Dank! (freue mich ueber Rueckmeldungen)
Peter Winkler
Doris F. Jonas – Pionierin der evolutionären Anthropologie, Psychologie und Medizin - ein geschichtlicher Beitrag
Peter Winkler
Doris F. Jonas
Liebe Listenmitglieder,
zu dem schon öfter diskutierten Thema "In welcher Sprache wollen /sollten wir die Tagungsbeiträge halten?" fand ich einen erhellenden sprachwissenschaftlichen wie erkenntnisorientierten Beitrag in der Zeitschrift "Forschung @ Lehre", die sicher eine Reihe Mitglieder haben. Der Link: http://www.forschung-und-lehre.de/wordpress/Archiv/2010/ful_11-2010.pdf , dort der Artikel " Dreamliner in Richtung Scholastik" von Herrn Thielmann (S.813).
Beste Grüße und schöne Feiertage
Abstract
Für alle Philosophen war das menschliche Verhalten, das natürliche, das asoziale, das ethische wie auch die Natur des Menschen schon immer eines der wichtigsten Themen überhaupt. Wegen seiner Komplexität wurden rein logische Erklärungen oder die Formulierung einer umfassenden Theorie bislang für eher nicht möglich gehalten.
Abstract
Philosophische Betrachtungen über den Ursprung von Religionen betrachten zumeist früheste Merkmale und Erscheinungsformen, wie z.B. Grabbeilagen oder vermutete rituelle Gegenstände und früheste Kunstwerke. Einige wenige vermuten Evolutionsvorteile, die Glaube und Religionen mit sich bringen.
Dieser Beitrag befasst sich mit dem realen Grund für die Entstehung von Glaube und Religionen, der auch den Grund für religiöse Überlieferungen darstellt. Die Grundlage für diese Untersuchung ist ein bislang nicht benutzter Ansatz zur Ableitung genetisch verankerten Grundverhaltens in allen Lebewesen, der mit sehr viel größerer Wahrscheinlichkeit darlegen kann, dass Religionen auf zwangsläufig entstandenen Fiktionen beruhen, als sich das Bewusstsein hinreichend entwickelte.
Vom 26.-27. November findet in Berlin der von Gert Scobel moderierte interdisziplinäre Kongress zur Meditations- und Bewusstseinsforschung mit dem Titel „Meditation und Wissenschaft 2010“ statt (siehe auch www.meditation-wissenschaft.org). Daran nimmt u.a. der Benediktinermönch und Zen-Meister Willigis Jäger teil. Jäger wird dem Titel dieses Kongresses vollkommen gerecht, indem er statt überholter theologischer Metaphern wie „Himmel und Hölle“ das Weltbild der modernen Naturwissenschaft verwendet (vgl. Titel Nr. 1 des unten stehenden Literaturverzeichnisses, S. 104). Er findet so als Christ seit Jahrhunderten wieder zu einem einheitlichen Weltbild. Diese Theologie von Jäger ist im Gegensatz zur herkömmlichen, dogmatischen Theologie auch mit der Evolutionstheorie vereinbar und eröffnet so die Möglichkeit, das bisherige dogmatische Religionsverständnis bzw. die gesamte Religionsgeschichte evolutionär zu verstehen. Nachfolgen d habe ich mit Zitaten aus seinen Büchern dieses theologisch Revolutionäre von Jäger zusammenfassend dargestellt und danach ein konkretes Beispiel für ein evolutionäres Verständnis der Religion angeführt.
Willigis Jäger, geboren 1925, trat 1946 als Benediktinermönch in die Abtei Münsterschwarzach ein und studierte Philosophie und Theologie. Auf seinen Reisen im Rahmen kirchlicher Tätigkeiten kam er in Japan mit dem Zen in Kontakt, woraufhin er 6 Jahre in Zen-Klöstern verbrachte. 1996 erhielt er die volle Lehrerlaubnis als Zen-Meister und gründete seine eigene Zen-Linie. Ein von ihm in Deutschland wiederaufgebautes und als „Zentrum für spirituelle Wege“ genutztes ehemaliges Kloster steht heute für „eine Spiritualität, die unter Berücksichtigung des zeitgenössischen Weltbildes und der modernen Wissenschaften Antworten auf die Fragen des heutigen Menschen geben will“ und dabei das letztendliche Ziel hat, den Menschen in die „transpersonale Erfahrung“ der „Vereinigung mit dem Göttlichen, dem Urgrund allen Seins“, zu bringen (siehe „Selbstverständnis“ unter www.benediktushof-holzkirchen.de).
Die schlüssigen „Antworten auf die Fragen des heutigen Menschen“ werden einfach dadurch ermöglicht, weil Jäger dasjenige in der Religion konsequent relativiert oder eliminiert, was für viele Probleme verantwortlich ist: die religiöse Dogmatik und das dadurch entstandene anthropozentrische Selbst- und Weltverständnis. Auch die personale Gottesvorstellung ist für Jäger nicht mehr haltbar (vgl. 2, 14). Dabei beruft er sich neben seiner eigenen Meditationserfahrung auf alte, undogmatische christlich-mystische Traditionen, die vom dogmatischen Christentum stets verfolgt und unterdrückt wurden - so hat auch Jäger umgehend für diese Thesen ein (von ihm nicht beachtetes) kirchliches Rede- und Lehrverbot erhalten.
Eric Gans ist m. E. einer der interessantesten, fleissigsten - und wenigstbekannten - Intellektuellen der Gegenwart.
Seine Schriften sind für viele von uns, die wir doch Geistes- und Naturwissenschaften sowie Politik, Religion und den Markt verstehen wollen, m.E. äusserst relevant. Bei manchen seiner Kolumnen, die er "Chronicles of Love and Resentment" nennt (es sind hunderte!), kullern mir fast die Augen raus vor Staunen und Überraschung.
Seine Menschwerdungshypothese ist angelehnt an die von Rene Girard, beide gehen – m. E. zu Recht! - von unserem „dritten Ziel“ aus – neben „food“ and „mating“ ist das peace/Frieden! -, und fordern ein Gruppenszenario als Minimalbedingung für den ersten, (noch sprach-losen) Verein von Menschen.
Liebe Kollegen, persönlich würde mich jede Rückmeldung über E. Gans’ Thesen bzw. den Inhalt oder Stil der Argumentationen freuen!
Hier also der link:
http://www.anthropoetics.ucla.edu
Viele Aha – Erlebnisse wünscht Euch Anton Fürlinger