Doris F. Jonas – Pionierin der evolutionären Anthropologie, Psychologie und Medizin - Ein geschichtlicher Beitrag

Hallo zusammen, anbei ein Beitrag zur Geschichte der Evolutionaeren Psychologie und Evolutionaeren Psychosomatik, ueber den Beitrag von Doris F. Jonas (und A.D. Jonas).
Dieser Artikel ist ganz frisch, verbunden mit einer Bitte: Wer haette eine Idee , welche Zeitschrift fuer diesen Artikel ggf. geeignet/interessiert sein koennte?

Vielen Dank! (freue mich ueber Rueckmeldungen)


Peter Winkler


Doris F. Jonas – Pionierin der evolutionären Anthropologie, Psychologie und Medizin - ein  geschichtlicher Beitrag

Peter Winkler

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Doris F. Jonas

Vorläufer der aktuellen Evolutionären Psychologie und Evolutionären Medizin

Wer sich heute über innovative Forschungszweige in der Psychologie, Anthropologie und Medizin informiert, kommt an evolutionären Ideen nicht vorbei. Kurz vor der Jahrtausendwende trat ein sehr kreativer, origineller und fundamentaler Bereich der Humanwissenschaften in das Licht der öffentlichen Aufmerksamkeit: der evolutionäre Ansatz in der Medizin und Psychologie. Basierend auf der Evolutionstheorie von Charles Darwin (1858) und moderner Weiterentwicklungen in der Soziobiologie durch Wilson (1975) und Dawkins (1976) entstanden revolutionierende Sichtweisen auf das Geschehen in unserem Körper und unserer Psyche in der Evolutionären Medizin (Nesse, Williams 1996) und der Evolutionären Psychologie (Buss 2005). Publikationen  im deutschsprachigen Bereich siehe Ganten (2008) und Verbeek (2008).

Bei diesem Ansatz wird die unmittelbare evolutionäre Wirksamkeit von Eigenschaften unseres Körpers und unseres Verhaltens (bzw. der hierfür prädisponierenden Gene) erforscht, typische Fragestellungen sind hierbei: wie halten sich die Entwicklung von Parasiten bakterieller und viraler Art und die Anpassung unseres Immunsystem im Gleichgewicht? Oder: Welchen Einfluss haben Attraktivitätsmerkmale bei der Partnerwerbung auf Gesundheitsmerkmale der Nachkommen?  Im Zuge dieser neuen wissenschaftlichen Entwicklung entstand eine Flut von Veröffentlichungen sowohl im wissenschaftlichen wie im populärwissenschaftlichen Bereich bezogen auf die verschiedensten Gebiete, sei es beispielsweise in Bezug auf unser Ernährungsverhalten (Worm 2000), unser Konsumverhalten (Miller 2009), ja selbst in Bezug auf evolutionäre Grundmuster in literarischen Werken (Barrash, Barrash 2005).

Nichtsdestoweniger ist dieser neue Forschungszweig (wie es bei evolutionärem Denken ja nahe liegt) nicht aus dem Nichts entstanden, es gab eine Menge Pioniere, Vormütter und Vorväter dieser heute sehr aktuellen Forschungsrichtung, die leider selten Erwähnung finden.

Zum einen ist dies der Forschungszweig der vergleichenden Verhaltensforschung, der Ethologie, wie sie von Heinroth (1910) eingeführt wurde, durch Schüler wie Lorenz (1978) und Tinbergen (1953) fortgeführt wurde und heute noch durch prominente „Urgesteine“ wie Eibl-Eibesfeldt (1984) oder Morris (1968) vertreten werden. Die Bedeutung des ethologischen Beitrags für evolutionäre Bereiche der Wissenschaft kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, gerade zu biologische Überlegungen zu Funktionen und zum Wesen des Menschen, leider werden ethologische Arbeiten in aktuellen Literatur der evolutionären Psychologie und Medizin nur eher selten zitiert. Ein Phänomen, das sich bei Entdecken einer „neuen“ Forschungsrichtung leider sehr oft beobachten lässt, dass die unmittelbaren Vorgänger und auch Wurzeln eines neuen Ansatzes vernachlässigt oder gar als veraltet angesehen werden. Eine Vernachlässigung, die umso schmerzlicher ist, als die Methodologie der neuen an der Soziobiologie orientierten evolutionären Ansätze zwar auf den ersten Blick oft ungleich präziser ist und mit sicherer vorhersagbaren Ergebnissen aufwartet als ethologische beobachtungsorientierte Methoden,  auf den zweiten Blick  verzeichnet die ethologische Methodik aber gerade durch die Beobachtung von Verhalten in komplexen Umwelten (siehe hierzu auch die Arbeiten von J.v. Uexküll 1934) und anhand einer Vielzahl sorgfältig recherchierter Einzelstudien eine Art der ganzheitlichen Orientierung, die unverzichtbar ist und moderne Methoden neuerer evolutionärer Ansätze ergänzt.

Weitere Wurzeln der evolutionären Psychologie und Medizin lassen sich direkt in der Medizingeschichte finden, angefangen mit W.B. Cannon, dem amerikanischen Physiologen und Entdecker der homöostatischen Regelkreise in Biologie und Medizin, der evolutionär begründete Notfallmechanismen bei allen Lebewesen entdeckte, (Cannon 1915) die ihren Sinn im Zusammenhang mit Hunger, Angriff und Flucht haben. Ein weiterer bekannter Vertreter medizinisch relevanter Forschungen war der österreichisch-kanadische Mediziner Hans Selye, der im Zusammenhang mit der Anpassung von Lebewesen an Veränderungen den Mechanismus Stress entdeckte und ein Allgemeines Anpassungssyndrom im Krankheitsgeschehen daraus identifizierte (Selye 1956). Der deutsche Mediziner Rudolf Bilz, der von der Umweltlehre Jakob von Uexkülls beeinflusst war, ging in seiner Beschreibung Paläoanthropologischer Mechanismen noch differenzierter vor und erarbeitete eine ganze Reihe von biologisch begründeten Verhaltensmechanismen, die für die Psychiatrie relevant sind (Bilz 1973, 1974), Stichworte hierzu sind z.B. allgemeine sensorische Über- oder Unterempfindlichkeit, abnorme Schreckhaftigkeit, das „Anstoßnehmen“ gegenüber fremdem und potentiell feindlichen Personen sowie derSubjektzentrismus“ von Lebewesen in einem spezifischen Erregungszustand.

Der Beitrag von Doris F. Jonas für den evolutionär orientierten wissenschaftlichen Diskurs

In dem vorliegenden Artikel soll auf den Beitrag und die Biografie der Anthropologin Doris F. Jonas eingegangen werden, die gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem evolutionär orientierten Psychiater und Psychotherapeuten A.D. Jonas
[1] ein sehr umfassendes Lebenswerk  zur Evolution des menschlichen Verhaltens und speziell zu psychosomatischen Phänomenen vorlegte. Gemeinsam mit A.D. Jonas und auch in Einzelpublikationen schuf sie in ihrer nur ungefähr zehnjährigen wissenschaftlichen Hauptschaffenszeit in den 70er Jahren ein beachtliches wissenschaftliches Werk von über zehn Monografien und über siebzig Fachartikeln und Fachbeiträgen.

Der biografische Aspekt des vorliegenden Artikels wurde erst ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Tochter von Doris F. Jonas, Jill Elise Grant, Juristin in den USA, zu der eine Kontaktaufnahme 2010 gelang und der an dieser Stelle für ihr Unterstützung ein herzlicher Dank ausgesprochen werden soll. 

Das Themenspektrum, das Doris F. Jonas und A.D. Jonas in ihrem gemeinsamen Wirken bearbeiteten, stellt ein gewaltiges dar. War das Thema der Dissertation von Doris F. Jonas noch ein anthropologisch-literarisches, in „Untersuchungen zu den Komödien von Philippe Néricault Destouches“ (Jonas 1969), so drehten sich nahezu alle folgenden Publikationen um evolutionäre Themen.

Anbei eine Auswahl der Themen von Artikeln und Fachbeiträgen, die sie gemeinsam mit A.D. Jonas oder allein herausgab und der Bandbreite, die darin zum Ausdruck kommt:

Die Rolle evolutionär orientierter psychologischer Anthropologie für die Humanwissenschaften; evolutionäre Wurzeln psychosomatischer Symptome; Die evolutionäre „Verkindlichung“ des Menschen; Gewaltprävention und evolutionär orientierte Erziehungsmaßnahmen; der evolutionäre Sinn des Alterns; mentale Aktivität im Alter und Schlussfolgerungen für gesellschaftliche Fragestellungen; der Beitrag alternder Ärzte für Gesundheitsversorgung und Gesellschaft; Leben, Tod, Bewusstsein und Sorgeverhalten; der evolutionäre Sinn sexuellen Verhaltens und sexueller Störungen; Suchtmittelkonsum, Spiritualität, und geistliche sowie heilerische Rituale; Essprobleme und herbivore vs. carnivore Ernährungsmuster; entstehungsgeschichtliche Aspekte der Schizophrenie; archaische Hintergründe neurotischen Verhaltens; Anthropologie der symbolischen Heilung; Ethologie als biologische Basis des Ödipus-Komplexes; Stressverhalten und frühkindliche Erziehung; die biologische Basis von Gewissen und sozialem Verhalten; neurophysiologische und evolutionäre Aspekte des Phänomens außersinnliche Wahrnehmung; Konflikte und Terrorismus und evolutionär basiertes Verhaltensrepertoire; Anthropologie und Paläoanthropologie von Machtrolle und Machtverhalten bei Frauen; menschliche Sprachentstehung; Interdisziplinäre Forschung auf anthropologischer und evolutionärer Basis; Entwicklungsgeschichtliche orientierte Ansätze wissenschaftlicher Klassifikationen.

Die Monografien, die D.F. Jonas als Mitherausgeberin oder allein verfasste, beschäftigten sich mit:

Verjugendlichung und Verkindlichung des Menschen als anthropologische Grundmuster; Anthropologie ursprünglich lebender Stammesvölker; Altersforschung und Nutzen neothener Muster und Neugierde für die persönliche Vitalität und gesellschaftliche Herausforderungen; Sexualität, sexuelle Probleme und Statusaspekte; Stolz, Statusmuster und Konflikte und Erkrankungen; Die Abhängigkeit der Lebenkonzepte ganzer Kulturen von der Realitätskonstruktion durch die Sinne – eine übergreifende Vergleichsstudie über Spezies und potentielle kosmische Welten; archaische evolutionäre Mechanismen in körperlichen und seelischen Erkrankungen; Die Sprachentstehung und die besondere Rolle von Bindung und geschlechtspezifischem Verhalten; Rituale, Religion, Spiritualität und urzeitliche Wurzeln; gesellschaftliche Mythen der männlichen Überlegenheit und evolutionäre sowie anthropologische Fakten.

Biografie und wissenschaftlicher Werdegang von Doris F. Jonas

Doris F. Jonas wurde 1916 am 21ten Mai als Doris F. Warshaw in London geboren, sie war mütterlicherseits Mitglied einer jüdischen Familie, die über mehrere Generationen in London lebte, ihr Vater war als Kind mit seiner Familie von Russland nach London emigriert. Er war sehr erfolgreich, besaß eine Glasfabrik und war einige Jahre lang sogar Mitglied des Stadtrats von London.  Sie ging auf eine sehr gute englische Internatsschule, die sie aufgrund sehr guter Leistungen bereits mit 16 Jahren abschloss.

Als Jugendliche lebte sie ca. ein Jahr lang auf dem europäischen Kontinent, bei einer Familie in Köln, wo sie gut deutsch lernte. Im Alter von 20 Jahren heiratete sie einen deutschsprachigen Mann, Adolph Horner, der (soweit sich Jill E. Grant erinnert) aus Ostpreußen stammte. Die Ehe hielt nicht lange. Sie war Mitglied einer englischen zionistischen Organisation und wirkte auch während des zweiten Weltkrieges an verschiedenen zionistischen Aktivitäten mit.  Doris hatte Freunde in der englischen Botschaft Palästinas/Israels und bekam schließlich über diese Kontakte die Gelegenheit, im Krieg mit einem Transportflugzeug nach New York zu fliehen.

 

 

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Doris 1939, im Alter von 22 Jahren

 

Ihren zweiten Ehemann, Frank (Franticek) Klein hatte Doris bereits während des Krieges in London kennengelernt. Er war Bankier in Prag und unternahm Geschäftsreisen nach London. Er sprach als Geschäftsmann, der viel auf Reisen war, gut deutsch und englisch insoweit, wie es für seine Geschäftsbelange erforderlich war. Zunächst emigrierte er mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern 1939 von Prag nach London, nach den deutschen Luftangriffen auf London kamen ihm jedoch Zweifel, ob der Aufenthalt in London zukünftig sicher sei. Dies führte ihn und seine Familie zu einem sechsmonatigen Aufenthalt in Havanna, Kuba, schließlich bekam die Familie dann ein Visum nach New York.  Dort verließ er seine Frau und seine Kinder, um Doris zu heiraten. Frank hatte neben seiner Familie auch zahlreiche Verwandte und Bekannte aus Prag herausgeschafft, unter anderem den früheren Freund seiner Frau, seine Frau heiratete später diesen Freund.

Nach ihrer Eheschließung lebte Doris das typische Leben einer „50er Jahre Hausfrau“, was sie wohl ausgesprochen wenig  inspirierend fand. Ihr Sohn Francis kam 1949 zur Welt, ihre Tochter Jill im Jahre 1955. (Es gab auch ein Kind dazwischen, das aber kurz nach der Geburt starb) Als Jill geboren wurde, war ihre Mutter 39 Jahre alt und ihr Vater 57 Jahre.

 

 

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Doris 1959, im Alter von 43 Jahren mit Ehemann Frank, Tochter Jill und Sohn Francis

 

Die wissenschaftliche Ausbildung von Doris F. Jonas startete bereits weit vor ihrer universitären Qualifikation. Sie verfügte über einen unstillbaren Wissensdurst, liebte wissenschaftliche Literatur, Diskussionen und das Reisen. Sie hatte sich bereits vor ihrem Studium der Anthropologie, das sie erst in ihrer zweiten Lebenshälfte absolvierte, über verschiedene Publikationen und ihre lebhafte Teilnahme an vielfältigen wissenschaftlichen Diskussionen einen Namen in wissenschaftlichen Kreisen gemacht. Sie war interessiert und versiert in sehr vielen wissenschaftlichen Disziplinen. Tatsächlich führten sie Ihre Publikationen und die Anerkennung als „Privatgelehrte“ in verschiedenen Wissensgebieten erst zu dem Wunsch, zu studieren und offizielle wissenschaftliche Grade zu erwerben.

Viele Teile ihrer frühen wissenschaftlichen Biographie sind leider nicht mehr zu rekonstruieren, da ihrer Tochter Jill Elise Grant, die Quelle der hier wiedergegeben Informationen, in der Zeit, als vieles stattfand, recht jung war. Es ist zumindest bekannt, dass Doris Klein vor dem Zusammentreffen mit Jonas mit Dan Casriel, dem Begründer der „Bonding“-Therapie, einer Körperpsychotherapie-Methode bei verschiedenen Fachartikeln zusammenarbeitete und wohl auch den evolutionären Teil von dessen Arbeit mit prägte. (siehe: Casriel 1972)

 

Doris traf David (A.D. Jonas) 1967 oder 1968 und ihr Leben begann auf einmal wieder aufregend zu werden. Sie fing an, mit David zu arbeiten, 1968 ließ sie sich von ihrem Ehemann Frank Klein scheiden, der 1969 wieder heiratete.

A.D. Jonas hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf das Gebiet evolutionäre Grundlagen von Medizin und Psychologie spezialisiert, er hatte schon zahlreiche Artikel sowie zwei Monografien veröffentlicht. Sein erstes Buch handelte von dem Ausdruck nicht erkannter „stummer“ konvulsiver nervöser Entladungen und Unregelmäßigkeiten in Gehirnfunktionen in einer signifikanten Anzahl von Fällen neurotischer Symptome (Jonas 1959). Sein zweites Werk, ein vielbeachtetes Buch „Irritation an Counterirritation“ (Jonas 1962) beeinflusste den bekannten Kommunikationsforscher McLuhan wesentlich in seinem Medienkonzept. Eschenhagen (2002) schreibt dazu:

McLuhan sieht Medien als Ausweitungen von Körperfunktionen, über die der Mensch eigentlich auch ohne technische Hilfsmittel verfügt. Diese Ausweitung betäubt die Sinne. McLuhan führt die Ansicht der Forscher Hans Seyle und Adolphe Jonas an, die diese Betäubung als eine Art »Selbstamputation« betrachten, zu der der Körper greift, wenn das Wahrnehmungsvermögen den Grund einer Reizung nicht orten oder sie umgehen kann. „Unter körperlichem »Stress« oder bei Überreizung schützt sich das Zentralnervensystem selbst aktiv mit der Waffe der Amputation oder der Absonderung des »kränkenden« Organs, Sinnes oder der gestörten Funktion. So ist also die Belastung durch Beschleunigung des Tempos oder die größere Last der Anreiz zu neuen Erfindungen. McLuhan nennt das Rad als Ausweitung des Fußes als Beispiel. Auf Grund des beschleunigten Austausches durch die Medien Geld und Schrift war z.B. der Fuß der steigenden Belastung nicht mehr gewachsen. Das Rad wurde zur Entlastung »amputiert«.“

So hat laut Jonas sich die Ausweitung der Fähigkeit zur Abspaltung und Nach-Außen-Projizierung auch auf körper- und ichfremde Objekte (heute z.B. Automobile, Häuser) und abstrakte Konzepte (Ideen wie z.B. von Ehrlichkeit, Stolz etc.) als Icherweiterung entwickelt, die nun als virtuelle Kunstprodukte ein psychologisches und kulturelles Eigenleben führten. Aufgrund der größeren Popularität von Selye schrieb McLuhan diese Konzepte Jonas und Selye zu, tatsächlich stammten sie aber ausschließlich von Jonas.

Auch David Jonas war bereits verheiratet und hatte zwei Töchter. Ob er zu diesem Zeitpunkt noch mit seiner Familie zusammen lebte, ist nicht bekannt.

 

Doris schloss in dieser Zeit im Oktober 1969 gerade ihr Anthropologiestudium ab, die Dissertation fertigte sie in deutscher Sprache an der Philosophischen Fakultät der Universität Köln.

Das Zusammentreffen mit David erfolgte über gemeinsame Freunde aus wissenschaftlichen Kreisen. Methodologisch standen Doris und David Jonas in der Tradition der Ethologie und der Interdisziplinarität. Das heißt, sie suchten in menschlichem Verhalten und Physiologie, in parallelem Verhalten und Physiologie aus dem Tierreich, in Ergebnissen aus eigenen klinischen Erfahrungen und Forschungen sowie aus den Ergebnissen verschiedener  wissenschaftlicher Disziplinen nach Grundmustern, deren gemeinsamer Nenner und Erklärungsansatz die Evolution des Menschen darstellt. Die bevorzugte Methodik der heutigen evolutionärer Ansätze über die Untersuchung genetisch identifizierbarer Einzelmerkmale und deren evolutionäre Wirksamkeit ist induktiv geprägt. Im Vergleich dazu erscheint der abduktiv geprägte Ansatz von Jonas und Jonas, der detektivistisch nach gemeinsamen Grundmustern sucht, ein Ansatz zu sein, der weniger exakt anmutet. Aus einer anderen Perspektive betrachtet ergänzt aber dieser Ansatz das induktive Vorgehen und hat von daher durchaus das Potential, bei Erhärtung durch verschiedene Fakten Einzelergebnisse wieder zu einem komplexen Gesamtzusammenhang zusammenzufügen.

 

Doris und David beschlossen , an einem gemeinsamen Buchprojekt zu arbeiten : ‚Manchild‘, eine Studie über die Verjugendlichung und Verkindlichung des Menschen im Zuge der Menschheitsentwicklung und über die weitreichenden Folgen dieser  Entwicklung, von den höchsten kulturellen Errungenschaften bis zu den niedrigsten menschlichen Beweggründen und zu verschiedenen körperlichen, psychischen und psychosomatischen Erkrankungen und über daraus ableitbare Ansätze zu deren Behandlung.

Doris hatte eigene besondere literarische Qualitäten, die sich ideal mit denen von David  ergänzten. Bücher, an denen Doris mitwirkte, haben einen klareren Aufbau, eine deutlichere Struktur und setzen sich fundierter mit den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Fachliteratur ‚state of the art‘ zu dem jeweiligen Zeitpunkt auseinander.

Im Zuge ihrer Zusammenarbeit wurden Doris und David auch privat ein Paar und heirateten schließlich.

 

 

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David und Doris Jonas

 

David, (eigentlich Adolphe Desiderius Jonas) der, nachdem er 1913 als Sohn jüdischer amerikanischer Diplomaten  in Europa (Zemun, Jugoslawien) geboren war und in New York und Wien (u.a. bei Freud) studiert hatte, und im Zuge des Krieges mit der amerikanischen Army wieder nach Amerika ging, ließ sich in New York als Liaisonpsychiater und Psychotherapeut nieder und hegte zu der Zeit, als er Doris kennenlernte, wohl bereits den Wunsch, mit seiner Praxis in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen und sich komplett der Forschungs- und Publikationtätigkeit zu widmen. Nach einigen Jahren der gemeinsamen Tätigkeit im „Institute for Theoretical Medicine“ mit Doris F. Jonas war er mit der wissenschaftlichen Resonanz seiner Arbeiten in den Staaten wohl nicht ganz zufrieden und strebte eine exponiertere Rolle in Europa an, sei es als Leitfigur des evolutionären Ansatzes  oder als Begründer einer neuen psychotherapeutischen Methode. Zudem hegte er wohl den Wunsch, zurück zu seinen persönlichen Wurzeln nach Europa zu gehen und dort den Kreis seiner wissenschaftlichen und persönlichen Laufbahn zu schließen. Im Zuge dieses Bestrebens war ihm eine gewisse Rastlosigkeit zueigen, die Doris wohl anfangs anzog und faszinierte, andererseits nach ca. zehn Jahren wohl auch das Ende ihrer Beziehung einläuten sollte. (Häufig sind es  ja die kontrastierenden „kontrapunktischen“ Eigenschaften von  Partnern, die einerseits den besonderen Reiz zu Beginn einer Beziehung ausmachen, andererseits im Verlaufe der Beziehung die Herausforderung und schließlich auch die Zerreißprobe darstellen)

 

In ihrer ca. zehnjährigen Ehe schufen sie wie erwähnt ein beachtliches gemeinsames wissenschaftliches Werk von über zehn Monografien und über siebzig Fachartikeln. Nach einer gemeinsamen Zeit in New York , wo sie Ende der 60er Jahre das „Institute for Theoretical Medicine“ gemeinsam leiteten, das David 1963 gegründet hatte, verließen sie auf Davids Wunsch im Sommer 1972 New York und gingen nach London, im Herbst 1972 reisten sie auf Davids Wunsch nach Marrakesch, um in der Berberregion in Marokko anthropologische Forschungen zu betreiben.

 

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Dr. Doris und Dr. David Jonas

 

Mitte der 70er lebten sie ein paar Jahre lang in Würzburg, wo David Konsultationspsychiater der amerikanischen Army und später Gastdozent am psychologischen Institut der Universität Würzburg war. Zudem betrieb er eine psychotherapeutische Privatpraxis. Ende der 70er Jahre gingen sie gemeinsam wieder nach London und gründeten dort das „Institute of Sociobiological Medicine“. Zudem arbeitete Doris als Mitglied  des „Royal Anthropology Institute“. Anfang der 80er wollte David wieder zurück nach Würzburg, Doris aber nicht, was schließlich zu ihrer Trennung führte. Die Trennung erfolgte wohl im Unfrieden. Doris wollte in London bleiben, von wo sie stammte und wo ihre Familie lebte, einschließlich ihrer Mutter.

 

Davids Schwerpunkt wandte sich nach ihrer Trennung von evolutionären Themen, zu denen er weiterhin regelmäßig publizierte, mehr und mehr der Lehre einer von ihm begründeten, vor allem im Bereich der Psychosomatik und der Zwangserkrankungen besonders wirksamen Psychotherapiemethode zu, die an der individuellen Sprache, dem Idiolekt  des Patienten ansetzt, der „Idiolektik“. In Kombination mit den evolutionären Erkenntnissen aus Doris‘ und seinem Lebenswerk, schuf er damit einen Psychotherapieansatz, der sich einerseits sehr einfach und konsequent an den wörtlichen sprachlichen sowie non- und paraverbalen Signalen des Gesprächspartners, dessen „Eigensprache“ orientiert und andererseits einen evolutionären und neurophysiologisch orientierten Ansatz in das praktische therapeutische Geschehen auf didaktisch sehr elegante Weise integrierte.

Der bahnbrechende Erfolg blieb ihm aber auch mit diesem Ansatz verwehrt. Es entwickelte sich aus seinem Betreiben eine vielversprechende „Gesellschaft für Idiolektik und Gesprächsführung“ die dieses Werk weiter führte, methodisch und theoretisch weiter verfeinerte und untermauerte sowie in den Anwendungsmöglichkeiten ausweitete, nach wie vor ist diese Methodik aber eher als - wenn auch langsam expandierender - Geheimtipp anzusehen. Erst kürzlich erschien mit „Eigensprache“ ein Werk, dass posthum diese Kombination aus eleganter psychotherapeutische Methode mit dem Ansatz der evolutionären Psychosomatik im Rahmen der Seminartätigkeit von A.D. Jonas dokumentiert (Winkler 2010). Ein Literaturüberblick zur Begründung dieser neuen Methode im weiteren Wirken von A.D. Jonas nach der Trennung von Doris F. Jonas (Jonas 1981, 1985, Jonas, Daniels 1985) findet sich im Literaturanhang.

1985 erhielt A.D. Jonas schließlich einen Ruf an einen Lehrstuhl bei Ringel in Wien, worauf David in der Aussicht, seinen wissenschaftlichen Kreis vollends zu schließen und die „vierte Wiener  psychotherapeutische Schule“ zu begründen, euphorisch nach Wien aufbrach. Der Kreis schloss sich, die Hoffnung auf die vierte Wiener Schule erfüllte sich aber nicht, Ende 1985 verstarb David Jonas auf dem Wege zu einer Vorlesung im Alter von 72 Jahren.

 

Doris arbeitete nach der Trennung zunächst weiter in London, u.a. an der Universität, nach dem Tode ihrer Mutter im September  1981 zog sie 1982 aber zurück nach New York zur Familie ihrer Tochter.

 

Dort arbeitete sie nicht weiter an ihren wissenschaftlichen Projekten. Es verstärkte sich in diesen Jahren bei  ihr wohl auch das Empfinden, dass ihre Arbeit in der wissenschaftlichen Diskussion zu wenig zur Kenntnis genommen wurde, sowie, dass David viele ihrer Ideen als die seinen ausgab bzw. sie für ihren Anteil dieses Werkes nicht würdigte.

Zudem fand sie wohl, dass das Leben als Autorin ein zu einsames sei und widmetet sich nun lieber ihren familiären Kontakten

 

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Doris F. Jonas 1984 im Alter von 68 Jahren mit ihrer Tochter Jill Elise Grant und ihrem Enkel Matthew

 

Sie verstarb im Jahr 2002 im Kreise ihrer Lieben im Alter von 85 Jahren in Chevy Chase MD, USA.

 

Ein Ausschnitt aus ihrer Todesanzeige in der New York Times:

„Jonas, Doris F., geb. Warshaw, starb am 20.01.2002 in Chevy Chase MD, früher in London, England und New York City. Geliebte Mutter von Francis C. Klein und Jill E. Grant, [...] Mitglied des ‚Royal Anthropology Institute‘, Autorin und Weltreisende.“

 

Ein Werk von ihr und A.D. Jonas, das bis heute noch Verbreitung findet und eine wesentliche wissenschaftliche Grundlage der GIG darstellt sowie nach Aussagen von Jill E Grant für Doris auch ihr liebstes Werk war, ist das Buch „Signale der Urzeit  – Archaische Mechanismen in Medizin und Psychologie“ (Jonas, Jonas, 1977), das im Darwin-Jahr im neuen Layout beim Huttenschen Verlag 507 erneut aufgelegt wurde. In ihm legen Jonas und Jonas in der Tradition von W.B. Cannon eine ganze Reihe archaischer Reaktionsmechanismen unseres Körpers dar, die von großer Bedeutung für die Entstehung psychosomatische Symptome und auch für deren Behandlung sind.

Sie gehen dabei über die Cannonschen Grundmuster: Flucht, Hunger und Angriff hinaus und leiten die Mechanismen der „Evolutionären Psychosomatik“ aus der ganzen Palette der Ethologie unter Zuhilfenahme einer Vielzahl interdisziplinärer Erkenntnisse her.

Es ist auch in Englisch erschienen, zunächst in Amerika unter „The Past Within Us“ und schließlich in England unter „Primeval Mechanisms“ (Jonas, Jonas 1979) und wäre sicher mit seinem originellen Ansatz auch heute in der amerikanischen Szene der evolutionären Psychologie und Medizin wieder aktuell und interessant, leider sind die englischsprachigen Versionen auch antiquarisch komplett vergriffen und ließen sich bisher auch über Bibliotheksdatenbanken nicht finden. Das Buch harrt also noch seiner Wiederentdeckung in den USA.

 

Nach dem Tode von A.D. Jonas in den 80er Jahren versuchten Mitglieder der Gesellschaft für Idiolektik und Gesprächsführung  (GIG) Kontakt zu Doris F. Jonas aufzubauen, mit der Begründung, die GIG führe das Werk von A.D. Jonas fort und wolle zu ihr, da  sie mit ihrem evolutionären Ansatz eine wichtige Grundlage der Methode geschaffen habe, gern Kontakt aufbauen. Sie lehnte ab mit der Angabe, nie wieder direkt oder indirekt etwas mit David zu tun haben zu wollen. Ob ein intensiveres Bemühen um sie und die nachhaltige Würdigung ihres Werkes nicht vielleicht schließlich doch zum Erfolg geführt hätten, muss leider offenbleiben. 

Wir hätten sicher noch vieles von ihr lernen können.

 

Literatur aus dem Text:

Barash, D.P., Barrash, N.R. (2005): Madame Bovary's Ovaries: A Darwinian Look at Literature, New York: Delacorte Press.

Bilz, R. (1973): Wie frei ist der Mensch? Paläoanthropologie. Bd. 1. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

Bilz, R. (1974): Studien über Angst und Schmerz. Paläoanthropologie. Bd. 2. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Buss, D.M., (2005): The Handbook of Evolutionary Psychology. Hoboken, N.J.: Wiley.

Cannon, W.B. (1905): Bodily Changes in Pain, Hunger, Fear and Rage: An Account of Recent Researches into the Function of Emotional Excitement, New York: Appleton.

Casriel, D. (1972): A Scream Away From Happiness, New York: Grosset & Dunlap.

Darwin, C. (1859): On the origin of species by means of natural selection, or the preservation of favoured races in the struggle for life. London: John Murray.

Dawkins, R. (1976): The Selfish Gene. Oxford: Oxford University Press.
Eibl-Eibesfeldt, I. (1984): Die Biologie des menschlichen Verhaltens. Grundriss der Humanethologie, München: Piper.

Eschenhagen, P. (2002): McLuhan - Die Theorie von der Temperatur der Medien, Das heiße Kino im Vergleich zum kühlen Fernsehen. Paderborn.

Ganten, D. (2008): Evolutionäre Medizin - Evolution der Medizin, Göttingen: Wallstein

Heinroth, O. (1910): Beiträge zur Biologie, namentlich Ethologie und Psychologie der Anatiden. In: Berichte des V. Int. Ornithologen Kongresses Berlin 1910, S. 559 ff.

Jonas, A. D., 1959: Ictal and Subictal Neurosis – Diagnosis and Treatment, Springfield:, C.C. Thomas.

Jonas, A. D., 1962: Irritation and Counterirritation – A Hypothesis about the Autoamputive Property of the Nervous System, New York: Vantage Press.

Jonas A. D., 1981: Kurzpsychotherapie in der Allgemeinpraxis – Das gezielte Interview, Stuttgart: Hippokrates-Thieme, Neuauflage 2008: Würzburg: Huttenscher Verlag 507.

Jonas, A. D., 1985: Orientierungshilfen zur Psychotherapie in der Allgemeinpraxis - archaische Relikte in psychosomat. Symptomen, Gräfelfing: Socio-medico.

Jonas, A. D., Daniels, A., 1985: Was Alltagsgespräche verraten – verstehen Sie limbisch?, Wien: Hannibal, Neuauflage 2008: Würzburg: Huttenscher Verlag 507.

Lorenz, K. (1978): Vergleichende Verhaltensforschung oder Grundlagen der Ethologie. Wien / New York: Springer.

Miller, G. (2009): Spent: Sex, Evolution, and Consumer Behavior, New York: Viking Adult.

Morris, D. (1967): The Naked Ape - A Zoologist’s Study of the Human Animal, London: Cape, New York, McGraw-Hill

Nesse, R. M., Williams, G. C. (1995). Why We Get Sick. New York: Times Books.

Selye, H. (1956): The Stress of life. New York: McGraw-Hill.

Tinbergen, N. (1953): Social behaviour in animals. London: Methuen.

v. Uexküll, J. (1934): Streifzüge durch die Umwelten von Tieren und Menschen: Ein Bilderbuch unsichtbarer Welten, Berlin: J. Springer.

Verbeek, L. (2008): Darwinische Medizin - Evolutionsbiologie in Gesundheit und Wissenschaft, Hamburg: Kovač

Wilson,E.O. (1975): Sociobiology: The New Synthesis. Cambridge, Mass : The Belknap.

Winkler, P., (2010): Eigensprache –Körpersymptome verstehen mit Evolutionärer Psychosomatik und Idiolektik® - Seminare mit A. D. Jonas, Würzburg, Huttenscher Verlag 507.

Worm, N. (2000): Syndrom X oder Ein Mammut auf den Teller! Mit Steinzeitdiät aus der Wohlstandsfalle, Lünen: Systemed.

Bibliografie der Artikel und Fachbeiträge von Doris F. Jonas und A.D. Jonas während ihrer gemeinsamen Schaffenszeit [2]:

1.        Jonas, A. D., Klein, D. F., (1970): The Logic of ESP (Extrasensory Perception), Am J Psychiatry, Feb;126(8):1173–7.

2.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1971): Primordial Elements in Man, Am J. Psychiatry. Jan; 127(7):974–5

3.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1971): Evolutionary Roots of some Psychosomatic Ailments, Proceedings of the 1st World Congress of the International College for Psychosomatic Medicine, Gudalajara, Mexico

4.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1971): The Protean Nature of Man’s Immaturity

and its Evolutionary Roots, Proc. V, World Congress of Psychiatry, Mexico City, Excerpta Medica

5.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1974): The Evolutionary Mechanisms of Neurotic Behavior, Am J Psychiatry, Jun; 131(6):636–40

6.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1974): The Place of Ethology and Evolutionary Anthropology in Psychiatry, Brit. Journ. Psychiatry, 131,6, 636–640

7.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1974): Ethology’s Importance to Medicine, World Medicine, 9,23, 83–93

8.        Jonas, A. D., (1974): Letter: Skull Transillumination, Br Med J. Jun 22; 2(5920):671–2

9.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., Count, E.W. (1974): More on “Assumption and Inference on Human Origins”, Current Anthropology, 15, 4, 457–461

10.     Jonas, A. D., (1974): Letter: Ethology, anthropology, and psychiatry, Am J. Psychiatry. Nov; 131(11):1290–1

11.     Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1975): An Evolutionary Context for Schizophrenia, Schizophr Bull. Spring; (12):33–41

12.     Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1975): The Influence of Early Training on the Varieties of Stress Responses – an Ethological Approach, J Psychosom. Res.; 19(5–6):325–35

13.     Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1975): A Biological Basis for the Oedipus Complex: an Evolutionary and Ethological Approach, Am J Psychiatry. Jun;132(6):602–6

14.     Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1975): Gender Differences in Mental Function: A Clue to the Origin of Language, Current Anthropology, 16,4 , 626–630

15.     Jonas, A. D., Jonas, Cowan, H.K.J., Glick, B.S., Zukin, B.,Heiman, B., Richman, P., Smith, K.., Velo, J. (1976): On Gender Differences and the Origin of Language, Current Anthropology, 17, 3, 521–526

16.     Jonas, A. D., Jonas, D. F., Dibble H.L., Swartz, J.D., Olson, J.N., Wind, J., (1976): More on Gender Differences and the Origin of Language, Current Anthropology, 17,4; Dec.:744–749

17.     Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1977): A Bioanthropological Overview of Addiction, Perspect Biol Med. Spring; 20(3):345–54

18.     Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1977): The Self-as-We and the Self-as-I: An Investigation of the Biological Base of the Divergence between Human Individual and Group Responses, Proc. VI, Intern. Forum of Psychoanalysis, Berlin

19.     Jonas, A. D., (1977): “Vegetative-neurotic” Disorders in the German Federal Republic. Observations of an American Liaison Psychiatrist, Dtsch Med Wochenschr. Jun 3; 102(22):847–8. German

20.     Jonas, A. D., (1977): Ictal and Subictal Neurosis, Am J Psychiatry. Sep; 134(9):1051–2

21.     Jonas, A. D., (1978): Anthropological Cross-Fertilization, Am J Psychiatry. Sep; 135(9):1113–4

22.     Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1978): Using Phylogenetic Mechanisms in Classification, Am J Psychiatry. Oct;135(10):1250

23.     Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1979): Just How Does Psychological Intervention Modify Behavior?, Med Times. Jan; 107(1):(106) 16d (106– 24d

24.     Jonas, A. D., (1979): Was war und was noch ist – eine biopsychologische Übersicht, 203–242 in: Fester, R, König, M.E.P., Jonas, D. F., Jonas, D., 1979: Weib und Macht – fünf Millionen Jahre Urgeschichte der Frau, Frankfurt am Main, Fischer

25.     Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1980): A Bioanthropological Overview of Addiction, NIDA Res Monogr. Mar;30:269–77

26.     Jonas, A. D., (1980) (Institute of Sociobiological Medicine, London): Section I: Introduction, in: Studies in Conflict & Terrorism 1980, Volume 3, Issue 3&4, pages 257–264

 

zusätzliche Literaturliste über Doris F. Jonas von Jill E. Grant:

27.     Acupuncture as a Counterirritant, Modern Medicine, 39, 22:16-?

28.     The Role of Words in Sexual Relationships, Human Sexuality, 7,1:199.

29.     Jonas, A.D., Jonas, D.F., (1972): The Evolutionary Infantilization of Man: A Significant Factor in Violence, published in Pawlowski: Path to Permanent Peace, Vol. 11, NY: Vantage Press

30.      Is Impotence Increasing? Medical Aspects of Human Sexuality, 5, 10, October 1972.

31.     The Fundamental Nature of Man’s Infantilization, Proceedings of the Medical Assoc. For the Prevention of War, vol. 2, part 8, Dec. 14, 1973. (Seminar on Childhood Origins of Group) Aggression at Needham(?) College, Cambridge, July 1973.

32.     The Mask of Neurotic Behavior, Interface (London), Aug. 1973, pp. 21-25.

33.     The Subterranean, Interface (London), Oct. 1973, pp. 20-22.

34.     Planning for the Elderly, Interface (London), Nov. 1974, also in German translation in Medizin, Oct. 19, 1977; re-titled Why People Get Old, Modern Medicine (NY), Apr. 1977, 45, 7:63-68.

35.     Mental Activity as a Factor in Longevity, World Medicine (London), 9, 7:75-82, Dec. 19, 19?

36.     Don’t Talk to the Animals – Listen, Physician’s World (NY), 11, 2:35-40, Feb. 1974.

37.     The Aging Physician, Physician’s World (NY), 11, 5:78-87, May 1974.

38.     Hasan M El-Shamy; Doris F Jonas; Jerome H Barkow: Comment on Darwinian Psychological Anthropology, Current Anthropology, 15, 1, March 1974.

39.     Fluctuations in Status: An Element in Illness, Interface (London), June 1974, pp. 11-15.

40.     Life, Death, Awareness and Concern, in Life After Death, with Toynbee, Koestler, and others, Weidenfeld & Nicolson, London, May 1976.

41.     Ejaculation, Premature for Whom? Physician’s World (NY), 11, 7:72-98, July 1975.

42.     Is Premature Ejaculation a Dysfunction by Decree? Forum (London), 1975.

43.     The Nature of Psychological Symptoms, World Medicine, 9, 27:83-93, Oct. 9, 1974, also published by Hippokrates Verlag.

44.     Doris F Jonas: Book review: E.W. Count, Being and Becoming Human, Man, 9,4: 656, Dec. 1974. Page 1 of 3

45.     Doris F Jonas: Book review: S. Zuckerman, ed., The Concepts of Human Evolution, Man, 9, 3: 494-95, Sept. 1974.

46.     Doris F Jonas; A David Jonas; Earl W Count, 1975:  More on "Assumption and Inference on Human Origins" Current Anthropology, Dec., 1975, vol. 16, no. 4, p. 626-630

47.     The Coach, the Priest, and the Social Drinker, World Medicine (London), 10, 3:99-105, Nov. 20, 1974.

48.     Abnormal Brainwaves and Neurotic Behavior, World Medicine, 10, 10:85-89, Feb. 26, 1975.

49.     Abstract of The Evolutionary Mechanisms of Neurotic Behavior in Dokumentation, Inst. für Dokumentation und Information über Sozialmedizin und Öffentliches Gesundheitswesen

50.     Answer to Dr. Abraham Freedman on Evolutionary Mechanisms, Amer Journal of Psychiatry 131, 12:1412, Dec. 1974.

51.     The Phoenix Cycle, Interface, July/Aug. 1975.

52.     Answer to Dr. Leon Sloman on Evolutionary Mechanisms, Amer Journal of Psychiatry 132, 1:84, Jan. 1975.

53.     A Method to Encourage Field-Grade Officers to Seek Psychiatric Consultation, Medical Bulletin of the U.S. Army, Europe, 3, 5, June 1975.

54.     Abstract of A Biological Basis for the Oedipus Complex: An Evolutionary and Ethological Approach, Digest of Neurology

55.     Digest of An Evolutionary Context for Schizophrenia, published in Digest of Neurology and Psychiatry, Series XLIII, p. 371, Oct. 1975. Inst. of Living, Hartford, Conn.

56.     Answer to Dr. Virginia Abernethy on Biological Basis for the Oedipus Cycle, Amer. Journal of Psychiatry 132, 12:1330-31, Dec. 1975.

57.     Doris F Jonas: An Alternative Paleobiology Supports the Concept of a Scavenging Phase, Current Anthropology, 17, 1:144-45, March 1976.

58.     Reply to Comments on An Alternative Paleobiology, Current Anthropology, 17, 4:774-75, Dec. 1976.

59.     The Stranger in our Midst: An Anthropological Essay on Schizophrenia, delivered in German at Wurzburg Univ. School of Medicine, July 6, 1976, published in Current Concepts in Psychiatry, 3, 1:2-6, Jan./Feb. 1977. Page 2 of 3

60.     Digest of The Influence of Early Training on the Varieties of Stress Response, in Psychological Abstracts 56, 1:115-16, July 1976.

61.     Obesity: Separating the Herbivores from the Carnivores, Modern Medicine, 44, 10:84-90, May 15, 1976; Nursing Digest, Vol. 1:91-92, Spring 1977; Better Homes & Gardens, Physical Fitness Book.

62.     Reply to Prof. Dr. Reimer on Der Fremde in unserer Mitte , Psycho 3, 4, 77: 216-17, April 1977.

63.     Coping with Stress, published in Better Homes & Gardens Physical Fitness Book, Arno Karlen, ed., Des Moines, Iowa, 1978.

64.     Inertia, published in Better Homes & Gardens Physical Fitness Book, Arno Karlen, ed., Des Moines, Iowa, 1978.

65.     Nibblers and Feasters, published in Better Homes & Gardens Physical Fitness Book, Arno Karlen, ed., Des Moines, Iowa, 1978.

66.     Letter re Overview: Foundations of Cultural Psychiatry (Armando R. Fevezza and Mary Orman), Amer. Journal of Psychiatry 135, 9:1113-14, Sept. 1978.

67.     The Rise and Fall of the Power of Woman, published in The Power of Woman by R. Fester, D.F., Jonas, A.D. Jonas, and M. König, Weib und Macht, S. Fischer Verlag (Frankfurt), March 1979.

68.     Comment on Anthropology of Symbolic Healing, (Daniel E Moerman)  Current Anthropology, 20, 1:70, March 1979. p. 59-80

69.     Letter on Phylogenetic Aspects of Schizophrenia, Psychiatric News (Washington, DC), XIV, 19:2, Oct. 5, 1979.

70.     A Bioanthropological Overview of Addiction, printed in Theories of Drug Abuse, Dan J. Lettieri, ed., published by The National Institute of Drug Abuse, U.S. Dept. of Health & Human Services, Washington, D.C., 1980.

71.     Comment on Sapienization and Speech (Grover S. Krantz), Current Anthropology, 21, 6:782-83, Dec. 1980. Current Anthropology, 21, 6:782-83, Dec. 1980.

72.     Encyclopedia of Psychology, Prof. Arnold and Hans Eysenck, eds.

 

 

Bücher von und mit Doris F. Jonas

 

1.        Doris F Jonas, (1969): Untersuchungen zu den Komödien von Philippe Néricault Destouches, Diplomarbeit/Dissertation: Phil.Fak. d. Univ.Köln, 344 S., OCLC Nummer: 604624580, Köln: Kleikamp

2.        Jonas, A. D., Klein, D. F. (1970): Man-child, A study of the infantilization of man, – New York, Düsseldorf: McGraw-Hill, in japanisch 1984: Man chairudo: ningen yōchika no kōzō, Tokyo : Takeuchi Shoten Shinsha.

3.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1973): Alpha Eridani, unveröffentlichtes Manuskript über anthropologische Studien in der Berberregion in Marokko

4.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1973): Young Till We Die, London: Hodder and Stoughton

5.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1974): Sex and Status, London: Hodder and Stoughton, auch: (1982): Das Leittier – Sex u. Status im Geschäfts- u. Gesellschaftsleben, Zürich: Schweizer Verlagshaus, in spanisch (1977): Sexo y status : influencia de la sexualidad en la jerarquia social, Barcelona, Luis de Caralt

6.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1974): The Price of Pride – Medical Dimensions, New York

7.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1976): Other Senses, Other Worlds, New York:  Stein and Day, deutsch (1977): Die Außerirdischen – Intelligenz auf fremden Sternen, Zürich: Schweizer Verl.-Haus

8.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1977): Signale der Urzeit – Archaische Mechanismen in Medizin u. Psychologie, Stuttgart: Hippokrates-Verl., Neuauflage 2008: Würzburg, Huttenscher Verlag 507

9.        Jonas, A. D., Jonas, D. F., (1979): Das erste Wort – wie die Menschen sprechen lernten, Hamburg: Hoffmann und Campe

11.     Jonas, A. D., Jonas, D. F., Fester, R., (1980): Kinder der Höhle – Die steinzeitl. Prägung d. Menschen, München: Kösel

12.     Jonas, D.F. (1980): Der überschätzte Mann. München: Kösel

 

Zum Autor:

 

Peter Winkler, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut und Supervisor (BDP)

Verheiratet, zwei Kinder. Lebt in Stuttgart. Studium der Psychologie an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg, seit 1989 tätig an einer innerbetrieblichen psychosozialen Beratungsstelle für Mitarbeiter und Führungskräfte. Therapeutische und beraterische Ausbildungen in Idiolektischer Kurzzeittherapie, systemischer Therapie, Positiver Psychotherapie, Weiterbildungen zum Organisationsberater, Konfliktberater und ADS-Coach und in Psychotraumatologie.

Seit 1998 Vorstands- (- 2010), Dozenten- und Supervisorentätigkeit bei der Gesellschaft für Idiolektik und Gesprächsführung (GIG) Dozenten und Supervisorentätigkeit bei der Internationalen Akademie für positive Psychotherapie (IAPP)

 

Themenschwerpunkte: Psychosomatik, Konfliktmoderation, Coaching/Supervision, Ressourcenorientierte Arbeit

mit Sucht und psychischen Erkrankungen, Betriebliche Ansätze zu psychosozialen und Gesundheitsthemen, Interventionsmethodik und Therapieforschung, Evolutionäre Ansätze in den Humanwissenschaften,

verschiedene Veröffentlichungen und Konferenzbeiträge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



[1]   Sicher gebührt auch A.D. Jonas ein Artikel über seinen Beitrag als Pionier der evolutionären Medizin und Psychologie. Es fehlen aber derzeit noch zu viele Bausteine aus seiner persönlichen wissenschaftlichen Biographie (auf die er in seiner Zeit in Europa nie ausführlich Bezug nahm), um eine solches Projekt möglich zu machen.

[2] Einige Literaturangaben stammen aus dem handschriftlichen Nachlass von Doris F. Jonas über Jill E Grant, es ist aus ihnen meist nicht zu ersehen, ob es sich um gemeinsame Artikel mit David oder um Artikel nur von Doris handelt, sie konnten aus Literaturdatenbanken nicht nachrecherchiert werden, aus diesem Grunde sind bei diesen Artikeln die Autorenangaben weitgehend weggelassen.

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